Polistil: Die Rückkehr der Mailänder Druckguss-Legende


Polistil: Die Rückkehr der Mailänder Druckguss-Legende – Vroomi

Polistil prägte von 1960 bis 1993 die italienische Druckgussmodellbranche. Nun meldet sich die Mailänder Marke mit einer Ferrari-Kollektion im Maßstab 1:18 zurück. Hier erfahren Sammler alles, was sie wissen müssen.

4 Minuten Lesezeit

Für Sammler, die in den 1970er- und 1980er-Jahren aufgewachsen sind, haben die Diecast-Modelle von Polistil eine besondere Bedeutung. Sie stehen für eine ganze Ära. Das in Mailand gegründete Unternehmen legte den Schwerpunkt auf erschwingliche Präzision. Die Marke brachte über 500 verschiedene Fahrzeugmodelle auf den Markt. 1993 wurden die Produktionsstätten geschlossen. Drei Jahrzehnte später ist Polistil zurück. Im Mittelpunkt des Comebacks steht eine neue Ferrari-Kollektion im Maßstab 1:18. Damit positioniert sich Polistil für die heutigen Diecast-Sammler.


Von Politoys zu Polistil: Eine Mailänder Entstehungsgeschichte

Polistil wurde 1960 als Politoys APS gegründet. Der Firmensitz befand sich in Mailand. Ein Produktionsstandort lag in Chiari in der Nähe von Brescia. Zu Beginn wurden Kunststoffautos im Maßstab 1:41 hergestellt. Damit folgte das Unternehmen zeitgenössischen Herstellern wie Mercury und Dinky Toys.

Die Umstellung auf Metalldruckguss erfolgte in den Jahren 1964–1965. Politoys brachte seine M-Serie im Maßstab 1:43 auf den Markt. Die Serie startete mit 16 Fahrzeugen. Sie erlangte einen guten Ruf für ihre beweglichen Teile. Türen, Motorhauben und Kofferräume ließen sich öffnen. Außerdem zeichnete sie sich durch detailgetreue Motoren und Fahrwerke aus. Modelle wie der Iso Rivolta waren Exklusivmodelle. Das galt auch für das Chevrolet Corvette Pininfarina Rondine Coupé. Ebenso wie der erste Lamborghini 350 GT. Dies verlieh der Marke eine echte Besonderheit im Katalog.

Der Name wurde um 1970 in Polistil geändert, höchstwahrscheinlich, um Verwechslungen mit dem britischen Spielzeughersteller Palitoy zu vermeiden. Die Umfirmierung fiel mit einer strategischen Expansion in größere Maßstäbe und neue Produktkategorien zusammen.


Produktionsphilosophie: Größere Maßstäbe und Fokus auf den Rennsport

Die meisten italienischen Hersteller von Druckgussmodellen konzentrierten sich auf den Maßstab 1:43. Polistil wechselte zu den Maßstäben 1:24 und 1:25. Dies begann in den frühen 1970er Jahren. Damit gerieten sie in direkten Wettbewerb. Sie konkurrierten mit dem neuen Unternehmen Martoys. Aus Martoys ging später Bburago hervor. Die S-Serie im Maßstab 1:24 kam um 1973 auf den Markt. Sie umfasste italienische und international . Bei genauerer Betrachtung überzeugte die Verarbeitungsqualität. Die Modelle verfügten über zu öffnende Türen und detailreiche Innenausstattungen. Die Rallye-Varianten waren mit zeitgemäßen Lackierungen versehen.

Polistils Motorsport-Modellreihe stach besonders hervor. Sie übertraf praktisch alle zeitgenössischen Modelle. Die Serien F und FK waren im Maßstab 1:32 gehalten. Sie kamen 1970 auf den Markt. Diese Modelle dokumentierten die Formel-1-Fahrzeuge des gesamten Jahrzehnts. Es folgte die Serie CE im Maßstab 1:41. Sie umfasste Renault, Ligier und Lotus. Auch Brabham, Alfa Romeo und Williams waren dabei. Bis Ende der 1980er Jahre wuchs die Marke. Ihr Sortiment umfasste mindestens 45 Grand-Prix-Rennwagen.

Die Marke war kurzzeitig in der Formel 1 aktiv. In den Jahren 1971–72 stellte Politoys Frank Williams ein. Er baute einen Formel-1-Rennwagen, der den Namen Politoys trug. Damit wurde für die Marke geworben. Das Projekt war jedoch nur von kurzer Dauer. Henri Pescarolo zerstörte das Prototyp-Chassis. Dies unterstrich das Engagement von Polistil im Motorsport.


Warum hat Polistil geschlossen?

Ende der 1980er Jahre veränderte sich die Landschaft im Druckgussbereich. Die Konkurrenz durch Bburago und Maisto nahm zu. Diese Unternehmen agierten in großem Maßstab und boten zudem niedrigere Verkaufspreise an. Dies untergrub die Marktposition von Polistil. Ihre größeren Maßstäbe bildeten das Rückgrat des Umsatzes. Versandhandelsunternehmen wie Franklin Mint traten als Konkurrenten auf. Sie konkurrierten direkt im 1:18-Segment. Die Nachfrage der Sammler nach diesem Maßstab erreichte ihren Höhepunkt. Tonka vertrieb Polistil-Produkte, stellte den Vertrieb jedoch 1993 ein. Die Produktion in Italien wurde vollständig eingestellt.

Der Zeitpunkt war besonders unglücklich. Polistil schloss genau zu dem Zeitpunkt, als der Markt für 1:18-Sammlermodelle in seine wirtschaftlich bedeutendste Phase eintrat.


Die Wiederbelebung von 2025: Was hat sich geändert?

Der Name Polistil kehrt 2025–2026 zurück. Carmodel Srl ist der Lizenznehmer. Dabei handelt es sich um einen italienischen Großhändler für Druckgussmodelle. Das Unternehmen besitzt die Lizenz der May Cheong Group. May Cheong ist auch Eigentümer von Bburago und Maisto. Die Neuauflage konzentriert sich auf Modelle im Maßstab 1:18. Das Startsortiment umfasst drei Ferrari-Straßenfahrzeuge. Dabei handelt es sich um den Roma (2019) und den Purosangue (2022). Auch der 12Cilindri (2024) ist enthalten.

Jedes neue Modell verfügt über eine Karosserie aus Metallguss. Es verfügt über vollständig zu öffnende Teile: Türen, Motorhaube, Kofferraum. Lenkbare Vorderräder sind im Lieferumfang enthalten. Das Modell besticht durch eine detailgetreue Darstellung des Motors. Der Innenraum und das Fahrwerk sind originalgetreu nachgebildet. Die Modelle sind einzeln nummeriert. Sie werden in einer Plexiglas-Vitrine geliefert. Damit heben sie sich sowohl hinsichtlich der Präsentation als auch des Preises von den Standardmodellen der Bburago Signature-Reihe ab. Eine Version ohne nummerierte Grundplatte ist ebenfalls erhältlich. Ihr Preis ist mit dem der Bburago Signature-Reihe vergleichbar.

Die Fertigung erfolgt über das Netzwerk der May Cheong Group. Über dieses Netzwerk wird auch die aktuelle Produktpalette von Bburago hergestellt. Dies wirft für Sammler eine Frage auf: Handelt es sich um Original-Formen? Diese Sorge ist durchaus berechtigt und sollte abgewogen werden. Polistil bietet eine eigene Ferrari-Lizenz an. Diese umfasst eine individuelle Nummerierung und eine Vitrine. Dadurch entsteht eine differenzierte Präsentation. Das Unternehmen besetzt damit ein erschwingliches Marktsegment im Bereich der Druckgussmodelle.


Wie sieht die Polistil-Diecast-Kollektion für Sammler heute aus?

Der aktuelle Polistil-Katalog ist bei Vroomi erhältlich. Er konzentriert sich auf Ferrari-Straßenfahrzeuge im Maßstab 1:18. Dieses Segment bietet präzise Druckgussmodelle. Sie verfügen über bewegliche Teile und nummerierte Plaketten. Dies stellt einen soliden Einstiegswert für Sammler dar. Der Ferrari Purosangue ist in der Farbe „Rosso Magma“ erhältlich. Er ist außerdem in „Blu Corsa“ erhältlich. Der Ferrari Roma ist in „Rosso Corsa 322“ erhältlich. Er ist ebenfalls in „Rosso Magma“ erhältlich. Der Ferrari 12Cilindri in „Rosso Corsa“ ist vorrätig.

Es handelt sich hierbei nicht um Sammlerstücke aus Resin. Sie sind nicht mit BBR Models Tecnomodel vergleichbar. Die Neuauflage von Polistil zielt auf eine andere Marktposition ab. Sie strebt eine breitere Zugänglichkeit im Bereich der Druckgussmodelle an. Das Unternehmen verfügt über eine Ferrari-Lizenz. Die Präsentation hebt sich vom alltäglichen Einzelhandel ab. Sammler können eine Ferrari-Startaufstellung im Maßstab 1:18 zusammenstellen. Dabei vermeiden sie die hohen Preise für Resin-Modelle. Polistil nimmt eine klare, logische Marktnische ein.

Die Marke hat eine historische Identität. Sie ist mailändisch, im Motorsport bewandert und auf das Modellprogramm ausgerichtet. Dies bildet die narrative Grundlage für die Wiederbelebung. Den meisten neu eingeführten Marken fehlt dies. Die neue Produktion muss dieses Erbe würdigen. Dies hängt von der Tiefe des Modellprogramms ab. Es orientiert sich an der ursprünglichen Einführungsreihe.

Entdecken Sie die gesamte Polistil-Kollektion beiVroomiund sehen Sie sich weitere Markenprofile in unserer„Brand Masterclass“ an.